Allmählich ist es eine feine Tradition, dass zum Ende eines Schuljahres das St. Josef Gymnasium noch einmal so richtig durchstartet. Unter dem Motto "Welt der Kulturen - Vielfalt entdecken, Gemeinsamkeiten erleben, Grenzen überwinden" fand auch in diesem Schuljahr eine vielfältige Projektwoche statt, in der sich Schüler- und Lehrerschaft in zahlreichen Projekten kreativ entfalten können.
"In der letzten Woche war bei uns noch einmal richtig Action angesagt", freut sich daher auch das Organisationsteam, bestehend aus Astrid Löffelholz, Teresa Meier und Katrin Spitzenberg, über die reibungslos verlaufende Woche. Seit Beginn des Schuljahres wurde die Woche im Wechselspiel zwischen Organisationsteam und Kollegium intensiv geplant und vorbereitet. Da ein Projekt an den Personen ausgerichtet sein sollte, die dieses am Ende auch ausführen, wurde bereits im 1. Schulhalbjahr eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern durchgeführt,
welche Themen sie in der Projektwoche gern umgesetzt sehen würden. Aus allen Wünschen formulierte das Organisationsteam drei Themenbereiche, die fortan das weitere Einwahlprozedere bestimmten: "Sport und gesunde Ernährung", "Kreativität und Natur" sowie "Naturwissenschaft und Technik". Parallel wurden Themenbereiche und Wünsche an das Kollegium weitergegeben, um angepasst an die Interessenslage passende Projekte zu gestalten. "Das Ergebnis dieses Vorgehens konnte sich letztlich absolut sehen lassen", bringt Teresa Meier den Erfolg dieses Vorgehens auf den Punkt. Seien es die sportlichen Angebote "Netz, Platte, Korb - wir spielen alles" sowie "Power und Kreativität bei Tanz und Akrobatic", das spanische Projekt "Viva la vida" oder das künstlerische Angebot "Kreative Auszeit" - insgesamt wurden 16 spannende und praktisch veranlagte Projekte angeboten.
Groß war daher die Vorfreude auf die fi nale Schulwoche. Fand am Montag noch das Spielefest der Schule statt, starteten Dienstag bis Donnerstag (30.6-2.7.) die Projekte durch. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass die Schule einer Kreativ-Baustelle glich. Durch die allerorts geöff neten Türen bestand die Möglichkeit, Einblicke in die einzelnen Projekte zu erhalten: es wurde gewerkelt, gebastelt, geprobt, geturnt, gefi lmt oder der verführerische Geruch frisch gebackener Kreationen begeisterte Nase und später Magen. Doch nicht nur in der Schule herrschte geschäftiges Treiben: auch in den Turnhallen Dingelstädts sowie dem Sportplatz Silberhausen wurde dem Ball nachgejagt oder im FGZ Dingelstädt der Körper auf Vordermann gebracht.
Das Ergebnis des wöchentlichen Tuns konnte sich am Freitagmorgen sehen lassen. Mittels eines "Gallery Walks" stellten die einzelnen Projektgruppen, verteilt auf die einzelnen Räume der Schule, ihr Erlebtes und Gestaltetes der Woche vor. Die gesamte Schulgemeinde konnte sich somit einen Überblick verschaff en, was alles in dieser Woche kreativ entstanden ist. Zudem war der Walk "auch interessant, um sich für die nächste Projektwoche schon mal Gedanken zu machen", betont Anna aus der 7. Klasse. Ganz im Sinn des Mottos der Projektwoche konnten kreative Kreationen, Vorführungen einstudierter Übungen oder Szenen bei Akrobatik und Theater bestaunt werden.
"Ich fand die Woche richtig schön, es hat einfach sehr viel Spaß gemacht", bringt Siebtklässlerin Mayla ihre Stimmung abschließend auf den Punkt und schiebt mit Verweis auf die Projektwoche lachend hinterher: "Nun können die Kreativ-Ferien kommen!"
Schule funktioniert nur als Gemeinschaft
Nach Gallery Walk und Aufräumen fand die Woche ihren Abschluss mit der Schuljahresabschlussandacht auf dem Gelände des Familienzentrums Kloster Kerbscher Berg. Im Vorfeld hielten zahlreiche Klassen im Garten des ehemaligen Franziskanerklosters ein Picknick ab,
während die Bläserklasse 6 des Gymnasiums unter Leitung Torsten Müllers einige Stücke spielte und somit eine beschwingte Grundstimmung vorherrschte. Als zweiter Höhepunkt stand ein Eiswagen parat, der mit köstlich-kühler Erfrischung aufzuwarten wusste. In dieser besonderen Atmosphäre begrüßte Pfarrer Müller die anwesende Schulgemeinde, unterstützt von Religionslehrerin Melanie Schnur und Pfarrerin Esther Coblenz. Melanie Schnur betonte in diesem Zusammenhang, dass der ökumenisch abgehaltene Gottesdienst für den Grundcharakter der Schulgemeinde stehe, den auch die Projektwoche verkörperte: so wie es ein Christentum gebe, funktioniere Schule ebenfalls nur als eine Gemeinschaft. Daher war es auch eine Selbstverständlichkeit, dass Schüler der 11. Klasse den Gottesdienst vorbereiteten und auch mitgestalteten.
Das Thema des Gottesdienstes lautete "Spuren im Sand", angelehnt an eine Erzählung, dass die Spur im Sand dafür stehen soll, sichtbar von Christus getragen worden zu sein. "Wir merken manchmal nicht, wie sehr wir getragen werden", stellte Melanie Schnur eine Verbindung zwischen der Erzählung und dem individuellen Lebensweg her. Dies könne auch nur eine kurze Ermutigung, z.B. durch den Lehrer, aber auch ein geduldiges Zuhören sein. Dem Rückblick auf Begegnungen, Zweifel aber auch Wachstum folgte schließlich der Ausblick auf die feriennahe Zukunft, der sich auch in den Fürbitten der Schüler wiederfand. Eine besondere Spur hinterließ der Gottesdienst bei Lehrer Frank Byner: Er wurde von der gesamten Schulgemeinde in den Ruhestand verabschiedet, wofür er sich herzlich bedankte. Mit dem Lied "Möge uns die Straße zusammenführen" sowie dem passenden Refrain "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand", begleitet von Religionslehrer Martin Lieboldt auf der E-Gitarre, klang der Gottesdienst gelungen aus. Es folgte der Weg zurück zur Schule, ehe nach der Zeugnisausgabe die wohlverdienten Ferien anstanden - bis man sich in sechs Wochen ausgeruht und voller Tatendrang wiedersieht.
Text: Michael Gremler
Bilder: Teresa Meier (Bild 2, 4), Susanne Hesse (Bild 1) und Michael Gremler (Bild 3)
Bild 1: Im Projekt "Fit in die Ferien" beweist Hannes mit Hingabe, dass die Ferien kommen können. Im FGZ Dingelstädt stand unter anderem Boxen auf dem Programm.
Bild 2: Magdalena, Joelina, Alina, Marlene sowie Romy (v.l.n.r.) genossen das Projekt "Kreative Auszeit". Hier wurden u.a. unter der Leitung Marlen Franke-Kühns (stehend, Mitte) Deko-Objekte mit Makramee, einer ganz bestimmten Knüpftechnik, hergestellt.

Bild 3: Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs 11 gestalteten die Abschlussandacht auf dem Gelände des Familienzentrums Kloster Kerbscher Berg mit. Unter anderem gestalteten sie die Fürbitten.

Bild 4: Einen besonderen Moment erlebte Lehrer Frank Byner (rechts im Bild) zum Abschluss des Schuljahres. Im Rahmen der Andacht wurde er von der Schulgemeinde, hier vertreten durch Franziska Herz, gebührend verabschiedet.