
"Den Zieleinlauf als Erster zu durchlaufen, mit dieser Begeisterung der Zuschauer - das war einfach Extraklasse", jubelt Vinzenz Weinrich außer Atem und spricht aus, was alle Läufer beim Unstrutlauf des St. Josef-Gymnasiums vereinte: der Glücksmoment des Zieleinlaufs vor den zahlreichen Zuschauern - vor klatschenden und jubelnden Eltern, Großeltern, Freunden, Lehrern oder einfach nur Interessierten.
Wahre Sprints waren somit auf den letzten 100Metern im Riethstieg zu sehen, mit denen die Läufer noch die ein oder andere Platzierung und Sekunde herausholen konnten. Eines wird bereits an dieser Stelle deutlich: Alljährlich an einem Samstag im September herrscht entlang der Unstrut für ein paar Stunden der Ausnahmezustand. Von der Unstrutquelle bis hinter Horsmar, den maximal entferntesten Wendepunkten der einzelnen Strecken, sieht man dann mehrere hundert Teilnehmer, die den Lauf absolvieren. Sie kommen zusammen, um ihrer Leidenschaft bzw. ihrem Hobby nachzugehen oder einfach der Gemeinschaft wegen. Denn: Der Lauf ist kein gewöhnlicher, sondern der 10.Unstrutlauf, den das St. Josef-Gymnasium in Verbindung mit einer Spendenaktion ausrichtet. In diesem Jahr wird gezielt die Heiligenstädter Villa Lampe hinsichtlich ihrer Jugendsozialarbeit unterstützt.
Eine tolle Stimmung begleitete also den Jubiläumslauf am 13. September, im Dingelstädter Riethstieg, dem Start-Ziel-Bereich aller angebotenen Laufstrecken. Egal ob 2km, 5km, 10km, 15km Familienstaffel oder Halbmarathon (21,1km) - sie alle starteten infolge des Signals von Lehrer Andreas John vor dem Gymnasium. "Insgesamt nahmen in diesem Jahr erneut wieder rund 300 Läufer und Läuferinnen teil", freut sich der Chefkoordinator des Laufs über den gleich bleibenden Zuspruch. Zusammen mit der Sportlehrerin Janett Richter hält der passionierte Langstreckenläufer die Fäden der Veranstaltung in den Händen. Seit 2014 wird der Lauf Jahr für Jahr angeboten, lediglich während der Coronapandemie wurde ein Jahr ausgesetzt. "Über die Jahre entwickelte sich das Laufangebot stetig weiter und wurde an die Nachfrage der Läufer angepasst", betont Andreas John, warum sich der Lauf auch nach zehn Jahren nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. So wurde zu Beginn auch ein 1km-Lauf angeboten oder kam zuletzt die Familienstaffel, bei der jeweils zwei Läufer 2,5km sowie 5km bewältigen müssen, hinzu. Inzwischen ist die Veranstaltung im Laufkalender etabliert, sodass v.a. auf den längeren Strecken auch weiter angereiste Läufer zu finden sind. "Natürlich braucht es hierzu eine Menge Helfer", dankt Andreas John allen unterstützenden Kräften: dem DRK, der Dingelstädter Feuerwehr, der Zeitnahme sowie dem Kollegium, Schülern sowie Eltern für das Absichern der Veranstaltung. "Wir diskutieren Jahr für Jahr, wie wir solch eine Großveranstaltung gemanagt bekommen und entscheiden uns Jahr für Jahr dafür", weiß Schulleiterin Dr. Evelin Schotte-Grebenstein das nicht selbstverständliche Engagement des Kollegiums zu schätzen.
Dass sich dies lohnt, bestätigt Oliver, Vater von Emil aus der 8. Klasse: "Das Ereignis ist mega - für die Schule, die Stadt - einfach toll!" Sein Sohn lief die 2km-Strecke, die mit 143 Teilnehmern die meist gefragte war. Den 1. Platz holte hier Henry Fuhlrott, der für die 2000 Meter 7:42,5 Minuten benötigte und damit um knapp 2 Sekunden den Streckenrekord aus dem Jahr 2018 pulverisierte. Dies wusste auch Ansager Steffen Fuhlrott, zugleich Vater des Siegers, zu würdigen, der jedoch nicht nur für seinen Sohn, sondern für jeden Läufer gesondert motivierende Worte beim Zieleinlauf zu sprechen wusste. So auch für den eingangs erwähnten Zwölftklässler Vinzenz Weinrich, der die Ziellinie des 5km-Laufs in 18:11 Minuten als Sieger der ca. 80 Teilnehmer dieser Strecke durchlief. "Das Begleitfahrzeug hat mich auf ein gutes Tempo gebracht", wusste sich Vinzenz auch bei Lehrerin Lena Vogler zu bedanken, die der 5km-Strecke - wie bei jeder Strecke praktiziert - zur Orientierung und Absicherung der Läufer mit dem Fahrrad voranfuhr.
Im Rahmen der Siegerehrung wurden abschließend die besten drei Läufer pro Lauf und Altersklasse gesondert gewürdigt. Neben den bereits erwähnten Siegern der 2km- und 5km-Strecke wurden vor allem Frank Gatzemeier für die schnellste Zeit über 10km (36:28,3 Minuten; 29 Starter) sowie Chris Kroll über die Halbmarathonstrecke (1:18:52,7 Stunde:Minute:Sekunde; 23 Starter) ausgezeichnet. Das Team "Familie Gümpel" holte in der Zeit von 1:08:53,8 (Stunde, Minute, Sekunde; 6 Teams) den Sieg der Familienstaffel und bewies, was die Veranstaltung an diesem Tag auszeichnete: das Zusammenwirken aller Beteiligter, um letztlich gemeinsam ein solches Ereignis zu stemmen und somit zum Erfolg zu kommen. Der Dank geht in diesem Zusammenhang auch an die finanzielle Unterstützung seitens Forstdienstleistungen Richter, VR-Bank Mitte, Autohaus Albertsmeyer, Rewe Dingelstädt, Ziegenfuß Elektro, Zahnarzt Gries sowie dem FGZ Dingelstädt. Zu den Mitorganisatoren gehörten auch die Zwölftklässler des Gymnasiums, in deren Händen die Verpflegung lag. Während sich der Achtklässler Jeremias die lecker schmeckende Bratwurst munden ließ, sprach er mit wenigen Worten eine wertvolle Erkenntnis aus: "Nächstes Jahr bin ich wieder am Start!" So bleibt abschließend allen an der Organisation Beteiligten noch einmal gezielt Danke zu sagen: Es hat sich wahrhaft gelohnt!
Bilder: Teresa Meier
Text: Michael Gremler
































